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Der symbolische Tod
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Für
uns, ins Lituraterre.org, ist der symbolische
Tod dieselbe Sache wie die symbolische
Kastrierung der Psychoanalytiker. Man muß von
dort übergehen, um ein menschliches vollendet zu
werden.

Der symbolische Tod
:
http://www.ub.uni-konstanz.de
(pdf)
"Vaughan died yesterday in his last car-crash.
During our friendship he had rehearsed his death
in many crashes, but this was his only true
accident.
Driven on a collision course towards the
limousine of the film actress, his car jumped
the rails of the London Airport flyover and
plunged through the roof of a bus filled with
airline passengers. The crushed bodies of
package tou-rists, like a haemorrhage of the
sun, still lay across the vinyl seats when I
pushed my way through the police engineers an
hour later. Holding the arm of her chauffeur,
the film actress Elizabeth Taylor, with whom
Vaughan had dreamed of dying for so many months,
stood alone under the revolving am-bulance
lights. As I knelt over Vaughan's body she
placed a gloved hand to her throat.
Could she see, in Vaughan's posture, the formula
of the death which he had devised for her ?"30
Vom
ersten Satz an ist der Tod in Crash präsent und
soll in diesem kurzen Abschnitt noch weitere
drei Mal genannt werden. Bereits im zweiten Satz
wird duch das Wort "rehearsed" ein Moment in den
Text eingeführt, das ein anderes Verhältnis zum
Tod als das des unfreiwilligen Unfalltodes
ankündigt. Im fünften Satz wird auch die
Möglichkeit des individuellen Selbstmordes
ausgeschlossen, es ist
der gemeinsame Tod mit der Schauspielerin
Elizabeth Taylor im gemeinsamen Orgasmus
("Vaughan had dreamed of dying at the moment of
her orgasm."31), der vorgesehen war. Daß diesem
Tod eine eigene Logik inhärent ist, die
veräußerbar ist, tritt sowohl in der
rhetorischen Frage des Ich-Erzählers James
Ballard zutage, wie auch im Rekurs auf die
außenstehende Person Taylors "Could she see, in
Vaughan's posture , the formula of the death
which he had devised for her?". In dieser
rhetorischen Struktur bleibt auch die
Involvierung des Lesers in das Geschehen nicht
ausgeschlossen.
......
Eros
und Tod
http://www.ub.uni-konstanz.de (pdf)
Der Mensch kann
ohne Regeln nicht leben, und doch erreicht er
die volle Intensität nur, wenn er die Regeln
fahrenläßt, selbst wenn er dann sein Leben
fahrenlassen müßte.
Georges Bataille
I think we're all perhaps innately perverse,
capable of enormous
cruelty and, paradoxically (this is difficult
to put into words), our talent
for the perverse, the violent, and the obscene,
may be a good thing.
We may have to go through this phase to reach
something on the
other side, it's a mistake to hold back and
refuse to accept one's
nature.
J.G. Ballard
Das Verhältnis von
Eros, Technik und Tod erscheint im Roman als ein
zutiefst symbiotisches. Dennoch möchte ich mich
in diesem Kapitel zunächst auf das Begriffspaar
Eros und Tod konzentrieren, da ich glaube, daß
in Crash eine Grundverfaßtheit des Menschen
angesprochen wird, die mithilfe der Überlegungen
des französischen Theoretikers Georges Bataille
überzeugend analysiert werden kann. Das dritte
Element, die Technik, erscheint vor diesem
Hintergrund "lediglich" in Gestalt der Einlösung
dieser menschlichen Grundverfaßtheit in einer
technischen Welt, die gleichsam zu einer
symbolischen Einlösung wird. Die besondere
Verknüpfung von Körper und Technik in Crash wird
Gegenstand von Kapitel 5 sein.
Ein wesentliches Merkmal von Crash ist die
Ästhetisierung des Verhältnisses von Erotik und
Tod, wie sie auch in der surrealistischen
Bewegung unseres Jahrhunderts mit besonderer
Deutlichkeit
hervortrat. Diese Ästhetisierung bildet den
Schnittpunkt zwischen Theorie und Kunst. So ist
es auch nicht verwunderlich, daß das Etikett des
Surrealismus sowohl an Georges Bataille, wie
auch
an James Graham Ballard klebt, wobei ersterer
sich bereits in der Phase der politischen
Aufladung des Surrealismus von diesem
distanzierte1, zweiterer hingegen den
Surrealismus in der Malerei als wichtigsten
Einfluß auf seine Arbeit nennt. Was die beiden
verbindet, ist ihr Interesse an tabuisierten
Diskursen. So liest sich Georges Batailles
theoretischer Werdegang als eine obsessive
Beschäftigung
mit dem 'verfemten' Teil in der Gesellschaft und
in der Kunst, der das Ausgestoßene, den
ausgeklammerten und tabuisierten Teil dieser
bildet. Da diese Arbeit in hohem Maße den
theoretischen
Anstrengungen Georges Batailles verpflichtet ist,
werden im folgenden einige zentrale Punkte aus
seiner Theorie etwas ausführlicher vorgestellt,
die dann in einem zweiten Teil an Crash
rückgebunden
werden.
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